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Wer wir eigentlich sind


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Bald nahm mein Vater mich hinaus, und führte hoch mich auf das Haus. „Der Schieferdecker“, sagt er dann, „Mein Sohn, das ist der frei'ste Mann“.

Seit 212 Jahren decken die Angenendts die Dächer am Niederrhein.
1788 machte ein gewisser Arnold Angenendt den Anfang. Praktisch der Ur-Ur-Ur-Großvater von Jürgen. Als die Angenendts 1988 ihr Jubiläum feiern wollten und die Kreishandwerkerschaft Kleve informierten, wurde man dort stutzig. 100 vielleicht, aber 200?

„Die haben uns das nicht geglaubt“, grinst Herbert Angenendt, der Vater von Jürgen.

„Wir mussten die Papiere wirklich hinbringen“.


Und da stand's schwarz auf weiß. Für den Nachweis hatte eine Berufsgenealogin des Personalstandsarchivs in Brühl gesorgt. Sie durchforschte den Stammbaum bis 1788 zurück.
Untertreibung wäre es wohl, hier noch von Tradition zu sprechen. Vielmehr von einer Berufung. Das erklärt die Bedeutung des Dachdeckens für Herbert und seinen beiden Söhnen Jürgen und Uwe viel treffender. „Für uns gibt es nichts anderes“, sagt Uwe Angenendt. Nimmt man ihm ab. Auf der Stelle. „Das sitzt im Blut“, schiebt Vater Herbert noch einen hinterher.

„Ziegelhängen“ kämpft aber auch heute noch um Anerkennung. „Viele lachen, wenn sie hören, man ist Dachdecker“, erzählt Jürgen Angenendt. „Das ist wohl mit der letzte Berufswunsch. Steht eben nicht so hoch im Kurs wie beispielsweise die Computerbranche“.
Dabei braucht man den Dachdecker fast täglich. Nicht nur, wenn es der Bauherr wünscht. Auch wenn der Wind mal schlechte Laune hat. Dann gilt es die Sturmschäden zu reparieren.
„Wenn's irgendwo reinregnet, hat das natürlich Vorrang“, sagt Jürgen Angenendt.
Zwischen First, Traufe (genau die mit dem Regen) und Ortgang hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. „Früher gab's nur Leiter, Hammer und Säge“, erinnert sich Herbert Angenendt. Und dem Ziegelhängen ging das Ziegelwerfen voraus. Fünf Mann in einer Reihe – und dann mit Schmackes. Bis hoch aufs Dach. Heute gibt's ein Gerüst und einen Hubkran. Und die Nägel werden druckvoll mit der Pistole sekundenschnell versenkt. An die Stelle der langen Teerbahnen sind Folienbahnen aus Kunststoff getreten. „Geht heute alles schneller“, meint Herbert, der seinen beiden Söhnen noch hilfreich zur Seite steht. „Einen Tag Bahnen legen, ein oder zwei Tage die Dachziegel“.
Den Schieferhammer, den gibt's aber immer noch.

Damit die Angenendts ein Gesamtpaket anbieten können, hat Uwe zusätzlich noch Klempner gelernt. Und fertigt in der Halle an der Bahnhofsstraße die Stücke für die seitlichen Hausfassaden. Aus vorbewittertem Zink. „Ganz groß in Mode“, erklärt der 36-Jährige. Kommt dahin, wo früher immer Schiefer war. Kupfer ist auch noch gefragt, der Renner aber bleibt Zink.
Auf Bauernhöfen und Scheunen tobten sich die Angenendts früher aus, heute sind es hauptsächlich die Neubauten. „Natürlich haben wir in Uedem davon profitiert“, sagt Uwe. Apropos Dachziegel. Vor ein paar Jahren gab's nur zwei. Tonpfannen oder Betonpfannen. Heute mindestens 20. In vielen Farbtönen. Sogar blau. Nach Wunsch auch glasiert. Die Angenendts sind da flexibel.
„Das Reetdach ist das einzige Dach, was wir nicht können“, sagt Uwe. Wie die beiden Brüder geht auch Tobias vorbelastet ins Rennen. Ist früher in Kirschbäumen herumgeklettert. Im „Ziegelwerfen“ ist er allerdings weniger geschult.
Wenn's irgendwann mal wieder nötig sein sollte, kann ihm das ja der Papa zeigen.

In Vaters Fußstapfen
Und nun schließen wir mit den weisen Zeilen:

Ihr Schieferdecker mit Vergunst, ein volles Glas der freien Kunst!
Kein ander Handwerk wird besteh'n,
bei dem man „höher“ angesehen.


Quelle: NRZ
Heute: Die Angenendts
 
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